Beleuchtung
Strassenlicht von pixabay photocurry
Licht ist für uns Menschen ein Zeichen, dass wir nicht alleine sind. Licht gibt Sicherheit und sorgt auch für tolle Stimmungsbilder bei Nacht. Dennoch macht es Sinn sich Gedanken zum Thema Licht und dessen Auswirkungen machen. Künstliche Lichtquellen wirken wie ein Magnet auf vielerlei Tiere. Dämmerungs- und nachtaktive Insekten werden bei der Partner-und Nahrungssuche gestört.
Auch Vögel werden durch Lichtverschmutzung negativ beeinflusst. Nachweislich beginnen sie früher im Jahr mit der Brut. Je früher die Brut begonnen wird, desto geringer ist das Nahrungsangebot. Eine frühe Brut reduziert damit den Bruterfolg.
Heute sind wir bei der LED-Technik angekommen. In Verbindung mit der entsprechenden Elektronik lassen sich die Farben weniger tierfeindlich gestalten. Dabei ist ein warmweißes Licht dem kaltweißen grundsätzlich vorzuziehen. Erschwerend bleibt aber nach wie vor, dass auch bei der LED die genutzten Lichtquellen in der Regel mehrere Spektralbereiche bedienen und nicht wie unter Laborbedingung nur einen Wellenbereich ausgeben. „Insektenfreundliches Licht“ beschreibt damit ein Licht, das „weniger tierfeindlich“ ist. Zum Farbspektrum gibt es noch weitere Faktoren, wie die Lichtintensität („Helligkeit“), die Konstruktion und Abschirmung/Lichtlenkung der Leuchten (Lichtkegel), die Einschaltzeiten und -dauer (Einzelsteuerung per Dämmerungssensoren und Komplettabschaltung zu bestimmten Zeiten) sowie letztlich der Standort und die Lichtpunkthöhe.
Die Stadt Herbolzheim befindet sich z.B. bereits in der Umstellung der Straßenbeleuchtung.
Wir bitten auch Sie im privaten als auch im beruflichen Umfeld mitzuhelfen, die Lichtimmission in Herbolzheim und den Ortsteilen zu reduzieren. Schalten Sie Beleuchtungen soweit möglich ab, wenn diese nicht der Sicherheit dienen oder der Anlass (Feste, Geschäftsöffnungszeit, Sportveranstaltung, …. etc.) schon eine Stunde zurückliegend beendet ist. Richten Sie den Lichtkegel nur auf das Objekt aus und überlegen Sie sich, ob eine intermittierende Beleuchtung auch eine Option sein kann.
Bitte beachten Sie auch die Neuregelungen in §21 (2) im NatSchG BW, in dem auf die Beleuchtungsanlagen u.a. zum Zwecke der Fassadenbeleuchtung eingegangen wird.
Wir möchten keine komplett dunkle Stadt, aber wir stellen uns vor, dass damit „Licht“ wieder den Stellenwert bekommt, den es verdient – keine Selbstverständlichkeit.
Viele kleine Maßnahmen können einen großen positiven Einfluss auf die Tierwelt haben und lassen uns in diesen Zeiten auch den Energiebedarf senken.
Frei nach dem alten Ilja Richter: „Licht aus - Spot . . . auch“.